Forschung
Was „funktional“ heißt
Funktional fragt nach dem, was etwas leistet. Die Akademie betrachtet Wahrnehmung, Gewohnheit, Überzeugung und Bewusstseinszustand danach, was sie im Leben eines Menschen bewirken: welche Welt sie ihm zeigen, welches Ich sie ihm geben und welche Entscheidungen sie ihm nahelegen.
Der Begriff hat eine Verwandtschaft, die heute neues Gewicht bekommt. In der Philosophie des Geistes bestimmt der Funktionalismus das Denken über das, was es leistet, unabhängig vom Stoff, in dem es abläuft. Auf diesem Gedanken ruht die Vorstellung, Maschinen könnten denken. Wer funktional nach dem Gehirn fragt, steht damit an der Stelle, an der sich entscheidet, was sich nachbauen lässt.
Fünf Forschungsfelder
Wahrnehmung. Wie entsteht die Welt, die ein Mensch für wirklich hält? Die Akademie untersucht, wie Erzählungen, Erwartungen und Gewohnheiten das Bild der Wirklichkeit formen, im Einzelnen wie in ganzen Gesellschaften.
Selbstbild. Wie entsteht das Ich, mit dem sich ein Mensch gleichsetzt? Hier geht es um Identifikation und Bindung und um die Frage, wie weit ein Mensch mehr ist als die Rollen, die er gelernt hat.
Zustände. Was geschieht in Trance, Schlaf, Konzentration und Stille? Die Akademie beobachtet, wie veränderte Zustände Wahrnehmung und Entscheidung verschieben und wie Menschen lernen, sie bewusst aufzusuchen.
Resonanz. Wie stimmen sich Menschen aufeinander ein, auch über Entfernung? Die Akademie sammelt Beobachtungen aus gemeinsamen Zusammenkünften und fragt, welche Wirkungen zwischen Menschen bestehen.
Mensch und Maschine. Was bleibt am menschlichen Denken eigen, wenn Maschinen seine Funktionen nachbilden? Die künstliche Intelligenz ist aus der Erforschung des Gehirns hervorgegangen. Die Akademie fragt in die Gegenrichtung, was ein Mensch über sich lernt, wenn er sieht, was sich nachbauen lässt und was nicht. Das Feld spiegelt die übrigen vier: Maschinen formen Wahrnehmung mit, antworten auf das Selbstbild, binden Aufmerksamkeit und sprechen in Begegnungen mit.
Methode
Die Akademie arbeitet mit Erfahrung aus erster Hand. Sie beobachtet, dokumentiert und befragt, was Menschen in ihrer Arbeit erleben, und sucht das Gespräch mit Fachrichtungen, die messen. Eigene Messungen nennt sie nur dort, wo sie welche durchgeführt hat.
Magie als Gegenstand der Forschung
Die Akademie verwendet das Wort Magie. Sie bezeichnet damit Wirkungen, die sich physisch oder ursächlich nicht erklären lassen und dennoch erfahren, beobachtet und wiederholt werden.
Ein Bild dafür bietet die Hypothese der morphogenetischen Felder des Biologen Rupert Sheldrake. Danach werden Formen und Verhaltensweisen über Felder weitergegeben, die an keinen Stoff gebunden sind. Die Hypothese ist in der Wissenschaft umstritten. Die Akademie stellt sie als Hypothese vor und stützt keine Aussage allein auf sie. Sie zeigt aber, wie sich über Wirkungen ohne physischen Träger sorgfältig nachdenken lässt.
Grenze
Die Akademie forscht in dem Bereich, den der Verstand erreicht. Was jenseits aller Programme liegt, benennt sie als Grenze ihrer Arbeit und beansprucht nicht, es hervorzubringen.